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Mon, 14 Nov 2005

Viel Neues in Sicht - ganz langsam

In gewisser Weise stabilisiert sich das Feld der drahtlosen Kommunikation. Die drahtlose Kommunikation ist noch weit davon entfernt, es in punkto Bequemlichkeit bei der Nutzung mit der Alternative Kabel aufzunehmen. Für diese ketzerische These sprechen mindestens zwei Gründe. Zum einen ist die Inbetriebnahme verglichen mit dem Einstecken eines Ethernet-Kabels und folgendem automatischem Konfig via dhcp oder was auch immer heute noch bei WLAN unendlich viel aufwändiger. Höre ich da zero-configuration? Ja, solche Ansätze gibt es und das ist gut. Solange aber alle möglichen notwendigen Treiber nicht auf jedem Gerät vorhanden sind, bleibt der Ansatz ein ebensolcher. Dies funktioniert lediglich dort, wo den Anwerndern selbst keine Möglichkeit zum Eingreifen geboten wird, wie beim mobilen Telefonieren. Dort hat mensch wirklich seit langem nichts mehr von Inkompatibilitäten gehört. Ein solches Handy wäre mit einem Schlag wohl auch sehr populär, sprich bekannt und sofort vom Markt verschwunden. Warum in dieser proprietären Welt die quasi geschlossene Gruppe von Anbietern der Dienste und Gerätehersteller es dann in 10 Jahren nicht geschafft hat, eine automatische Zeiteinstellung in die Geräte (und Netze) einzubauen, bleibt komplett unverständlich. Das Gefummel von Millionen Menschen an ihren Handys regelmässig zwei mal im Jahr zur Sommer-/Winterzeit ist erbarmenswert.

Der zweite Grund (zur Erinnerung: es geht um die These, daß drahtlose Kommunikation noch weit unbequemer zu nutzen ist als die Kabelvarianten) liegt weniger in der Kommunikation sonder ist vielmehr leider immer noch immanenter Bestandteil der Geräteeigenschaften. Die Rede ist von der unzureichenden Energieversorgung, wenn Geräte kabellos betrieben werden. Typische Notebooks laufen frisch gekauft vier Stunden, PDAs zwei Tage. Es gibt Ausnahmen, ja. Leider in beide Richtungen. Und das Drama wird mit zunehmendem Alter der Akkus nur schlimmer. Wer gesehen hat, daß drei Jahre alte Notebooks gerade noch mit einer Akkufüllung booten können, bevor ihnen der Saft ausgeht, weiß, wovon ich schreibe. Wer einmal das groteske Suchen nach Steckdosen auf WLAN-Treffen erlebt hat, weiß, wovon ich schreibe. Ach ja, es gibt ja die tollen Stand-by Zeiten der Handys. Stimmt, da hat sich was getan. Nur wenn am Ende der Stand-by Zeit der Akku für ein Gespräch - und dafür hat mensch doch so ein Gerät - zu schwach ist, dann hilft das auch nicht.

Aus diesem Dilemma herauszukommen gibt es vermutlich zwei Ansätze. erstens natürlich bessere Akkus bzw. Energiequellen. Zweitens mehr Integration, also eine Entwicklung hin zu Single-Chip Lösungen mit geringem Energieverbrauch. Für beide Ansätze gibt es Ideen und sogar Entwurfsmuster. Was fehlt, ist das praxistaugliche Produkt. Aber das kommt, ganz bestimmt, bald, Namen dafür gibt es schon, sie lauten heute UMA, WIMAX, Brennstoffzelle. Also, es wird schon werden.

von Jürgen Sell         0 Kommentare | Hier Bookmarken